Was kann ich tun, wenn ich glaube ich schaffe es nicht mehr

Du bist über 50 oder über 60, und du hast das Gefühl die Arbeit nicht mehr zu schaffen. Es ist noch ein Weilchen hin, bis du in die Rente gehen kannst. Die meisten Menschen die nach 1952 geboren sind haben kaum eine Möglichkeit mit 60 in Rente zu gehen. Wenn du die 45 Jahre nicht voll bekommst, dann kannst du abschlagsfrei noch nicht einmal mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen. 

Dabei war dein Lebensplan doch mit 60 Jahren aufzuhören und deine Vorhaben (Reisen, Malen, Zeit für sich) in die Tat umzusetzen. Mir wurde als junge Frau immer gesagt, du kannst mit 60 Jahren in Rente gehen. Ich, z. B. wollte dann eine Weltreise machen. Vor allem nach Asien, Ayurveda, Yoga, Meditation, tolles Essen und Malen, etc. – so sollte es sein.

Und nun? Jetzt reicht die staatliche Rente kaum zum Leben und schon garnicht um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Da braucht es noch weitere finanzielle Polster.

Ja, das frustet ganz schön, besonders, wenn man einen Beruf hat, in dem man tagtäglich merkt, wie die Kräfte schwinden. 

Trotzdem, bin ich dankbar für das, was ich habe. Im Grunde benötige ich nicht viel. In der Hauptsache brauche ich Freiheit um durchzuatmen und mich auf mich selbst besinnen zu können. 

Aber es stellt sich mir auch die Frage, habe ich dann mit 70 Jahren noch ähnliche Bedürfnisse wie heute? Sicherlich, nicht! Und auch nicht die Kraft, um eine z. B. Weltreise zu machen.

Die Unzufriedenheit über die Situation wird groß, wenn keine Lösung in Sicht ist. Wenn du über einen längeren Zeitraum unzufrieden bist, dann kommt irgendwann der  Punkt, an dem du dir sagst: 

Ich kann nicht mehr. 

Dabei kommt es sehr darauf an, in welcher Situation du dich gerade befindest. Viele Berufe sind monoton und belasten daher besonders. Andere Berufe sind körperlich so schwer, dass diese ab einem bestimmten Alter kritisch werden. 

Weitere Berufe verdichten sich zunehmend und werden immer komplexer. Die ältere Arbeitnehmerin hat das Gefühl nicht mehr mitzukommen. Auch in den sogenannten sozialen Berufen ist die psychische Belastung so hoch, dass dies oft zu Krankheiten führt. 

Zusammenfassend können wir feststellen, dass die Batterien an einem bestimmten Punkt leer sind und die Belastungen derweil jeder weiter über den Kopf wachsen. 

Immer nur durchbeißen, aufstehen, weitermachen, retten – das hält auch die stärkste Frau auf Dauer nicht aus. 

Diese Erkenntnis fällt uns Frauen besonders schwer. Und doch ist auch hier Einsicht der erste Schritt zur Besserung. Wenn du dir eingestehst, dass du nicht mehr so weitermachen kannst wie bisher, dann steht nur noch der Weg offen, nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Nach einem neuen und besseren Weg.

Wie kann der Weg aussehen?

Ich möchte dir gern ein paar Anregungen geben, auf die du zurückgreifen kannst. Mache dir klar an welchem Punkt du dich gerade befindest und gehe Schritt für Schritt vor. 

  • Deine finanzielle Situation 

Verschaffe dir einen Überblick über deine finanzielle Situation und laß dir einen Termin bei der Rentenberatung geben. Überlege dir, was du tun kannst, um deine Zeit im Rentenalter finanziell abzusichern. Führe dir möglichst genau die Jahre vor Augen, die dir noch verbleiben. Schreibe dir auf, wie du diese verbringen möchtest. Die Zeit ist immer JETZT.

  • Frage dich, was du vom Leben wirklich erwartest.

Dein nächster Schritt ist eine gründliche Selbstreflexion: 

Was möchtest du unbedingt ändern? 

Wie kannst du dein Ziel erreichen? 

Was erhoffst du dir davon? 

Welche Mittel brauchst du dafür?

Du bist an dem Punkt angekommen, an dem du für dich selbst festgelegt hast, dass du nicht mehr so weitermachen kannst. Du möchtest eine Veränderung so schnell wie möglich. Das ist nur verständlich. Je schneller du etwas an dir und deiner Umgebung änderst, die dich unglücklich und frustriert macht desto besser für dich. Und umso schneller wirst du auch von der Änderung profitieren.

Du solltest aber auch aus Dankbarkeit für das was du hast, handeln und keine überstürzte Entscheidung treffen. Eine frühzeitige Kündigung des Jobs kann z. B. finanzielle Einbußen nach sich ziehen. Suche nach Lösungen, die in deine spezielle Situation passen. Schaue auch auf das was GUT ist. 

  • Meditiere und höre auf dein Inneres

Durch meine längere Achtsamkeitspraxis, meine Coachingausbildung und das Arbeiten mit Menschen bin ich es  gewohnt, bei fast allem, was ich tue, Situationen intuitiv wahrzunehmen.  

Außerdem spüre ich immer nach, wie das, was ich gerade tue, auf mich wirkt. Auf diese Weise spüre ich sehr  schnell, wenn etwas nicht stimmt oder es mir besonders gut tut. Ich meditiere dann, und übe mich in Gelassenheit. Auch wenn es mir nicht immer leicht fällt. 

Wenn Dinge nicht gut für mich sind, dann lasse ich sie, gehe ihnen aus dem Weg oder hake sie einfach ab, ohne mich länger damit zu beschäftigen. Ich sage auch viel konsequenter NEIN, auch wenn es meiner Umgebung nicht gefällt. Sicherlich, brauchst du eine innere Stärke dafür. Diese bekommst du durch die Meditation. 

  • Den Sinn reflektieren

Von meiner Natur her bin ich kritisch betrachtet schon ein Workoholic. Aber ich prüfe häufig, was mir das, was ich da gerade tue, tatsächlich bringt. 

Wenn es nicht wirklich notwendig ist, dann lasse ich es. 

Was ist das Ziel des Ganzen, wo führt es mich hin?

Was kostet mich das? Welchen Preis zahle ich dafür?

Beim Geldausgeben bin ich meistens sparsam und versuche mich nicht dem Konsumrausch hinzugeben. Aber ich gönne mir ganz gezielt etwas. Das ist oft nichts dingliches sondern ZEIT. Ich gestehe mir Zeit mit mir und meinen Mitmenschen zu. Ich gönne mir Freude, Glück, Entspannung  und Ruhe. Das schafft Klarheit, ich bin klar und in mir selbst orientiert. 

  • Mache mehr Pausen

Berufliche Erschöpfung bis an die eigenen Grenzen ist fast immer eine Folge von Überarbeitung. Die Arbeitstage werden oft freiwillig  immer länger, die Aufgaben reihen sich aneinander und es wird eingesprungen, durchgearbeitet um es allen recht zu machen.

Vergiss deinen Ehrgeiz doch mal, wenn du über 50 / 60 Jahre bist, dann liegt dein Karriereziel längst hinter dir. Jetzt geht es darum, dass du die Früchte erntest und dein Wissen weitergibst. 

Wenn dies nicht der Fall ist, und du auf das Abstellgleis gesetzt worden bist, dann tut das zunächst weh. Ziehe dich zurück und mache nur noch das Nötigste. Konzentriere dich auf den Feierabend und nicht auf die Gestaltung des unliebsamen Jobs.

Halte die Pausen ein, arbeite nicht mehr als du vertraglich vereinbart hast, lass dich nicht ausnutzen. Ab einem gewissen Punkt brauchen Kopf und Körper eine Auszeit. Und wenn dein Chef noch so nett ist, lasse los und lasse dich nicht von den Erwartungen deines Chefs verrückt machen.

  • Mache mehr Kurzurlaube, plane Auszeiten ein

Um wirklich die maximale Erholung zu erhalten, solltest du dir Auszeiten gönnen. Dazu habe ich bereits zwei Blogartikel geschrieben siehe Link. 

Es gibt Ärzte, die meinen, dass du deutlich mehr für deine Zufriedenheit erreichst, wenn du viele kleine Urlaube planst, statt eines großen, mehrwöchigen am Stück. Dabei muss du nicht weit fahren, in Deutschland gibt es viele schöne Möglichkeiten.

Du hast einen großen Vorteil, wenn du dir eine kleine Auszeit gönnst. Es ist wie ein Tapetenwechsel, der deinen Kopf wieder frei macht, um auf andere Gedanken zu kommen. Lass es nicht zu, dass sich der äußere Stress auf dein Leben auswirkt. 

  • Verbringe deine Freizeit viel öfter im Draussen 

Wenn es mir möglich ist, dann gehe ich spazieren. Das tue ich in meiner Arbeitspause und in der Freizeit. Ich bin gern draußen in der Natur. Ich habe auch einige Lieblingsplätze, an denen ich mich gern ausruhe. 

Ich kann dann Tagträumen, die Gedanken fließen lassen oder Ideen entwickeln. Manchmal reicht mir schon mein Balkon oder ein schönes Garten-Café. Mein Tipp ist daher, verbringe viel Zeit in der Natur. Die Natur ist ein guter Ort um Kraft zu tanken. 

  • Lerne wirklich abzuschalten

Für mich ist es nicht immer leicht, nach Feierabend wirklich abzuschalten und mich zu erholen. Mir schwirren Gedanken über Arbeitsentscheidungen noch lange im Kopf herum. Ich nehme aber nichts mit von der Arbeit, was mir nicht immer leicht fällt. 

Ich versuche es zu vermeiden, dass ich völlig frustriert, erschöpft und ausgelaugt von der Arbeit komme, und dann keine Möglichkeit mehr sehe, um mich zu entspannen. Ich nehme mir immer etwas Positives vor. Wenn es ein schönes Abendessen auf dem Balkon ist oder ein gutes Buch am Feierabend. Manchmal tanze ich einfach nur so vor mich hin. 

Ich gönne mir an ganz schlimmen Tagen (oder danach), etwas Schönes, anstatt immer nur an an die Arbeit zu denken. Die Erholung tut mir gut und hilft dabei, neue Energie für die anstehenden Aufgaben zu sammeln.

 

Womit kannst du dich am besten entspannen, womit streichelst du deine Seele?  

Beschenke dich beispielsweise mit einem Wellness-Tag oder genieße einfach nur ein paar schöne Stunden mit einem lieben Menschen. Lass die Seele baumeln und kümmere dich nicht um Stress und Probleme. (Auch ein Fußbad ist dazu geeignet) Oft hilft da Musik. Ob nun zu Hause oder am Abend bei einem Konzert oder wie ich, im Jazzkeller. 

Ich hoffe ich konnte dir ein paar Inspirationen geben, um deine Lebensqualität zu erhöhen. 

Sicherlich passen meine Erfahrungen nicht für jeden. 

Vielleicht regen sie dich aber doch an, über die Balance in deiner 2. Lebenshälfte nachzudenken. 

Ich würde mich freuen, wenn du mir schreibst und vielleicht deine Erfahrungen mitteilst. 

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